Christian Milz
Georg Büchner. Entschlüsselungen

In einem kollektiven Blackout idealisiert die Büchner-Gemeinde die psychische Dekompensation eines (vermeintlich nur) ökonomisch deprivierten Woyzeck und stützt sich dazu auf eine nirgends theoretisch bgründete Verschränkung von Büchners Fragment mit den historischen Vorlagen. 

Dieses Vorgehen ist nicht nur wissenschaftlich prekär, sondern kommt tatsächlich der Herstellung eines völlig neuen Dramas gleich. Mit Büchner hat das nichts mehr zu tun.

Stattdessen hat eine kompetente Textanalyse zunächst von dem vorliegenden Material auszugehen, dessen Struktur zu begreifen und die Beziehungen der Handelnden offenzulegen. Dazu sind insbesondere die zeitgenössischen Stilmittel einzubeziehen, bevor man Büchners Modernität beschwört. 

Eine ausführlilche Analyse des Woyzeck-Fragments und vor diesem Hintergrund auch der anderen literarischen Werke Büchners finden Sie in meinem Buch "Georg Büchner. Dichter, Spötter, Rätselsteller", eine komprimierte Analyse des Woyzeck-Fragments als E-book  in "Das Mordmotiv. Wo die Büchner-Forschung versagt".